| Nordkorea fordert einen Machtbeweis des Imperiums Por Daniela Pichler (Canal Mundo, 16/03/2004) |
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Ende November wurde in Peking erneut versucht, einen Ausweg aus der Krise, die das nordkoreanische Atomprogramm hervorruft, zu finden. Dies stellt bereits die zweite Verhandlungsrunde dar, an der die beiden Koreas, China, Japan, Russland und die Vereinigten Staaten teilnahmen. Der Wert dieses Treffens ist eher als symbolisch denn als produktiv zu betrachten, da es nach der ersten Runde im August 2003 fast unmöglich schien, Nordkorea und die USA wieder an einen Verhandlungstisch zu setzen. Die Verhandlungen endeten ohne einen konkreten Lösungsvorschlag, aber die teilnehmenden Staaten kamen überein, sich in wenigen Monaten erneut zu treffen. Die Wiederaufnahme der Gespräche und die Einrichtung von Arbeitsgruppen ist in diesem Fall bereits als Erfolg zu werten. Der Streit zwischen den Vereinigen Staaten und Nordkorea intensivierte sich vor knapp ein und halb Jahren, als der US-Untersekretär und Sondergesandte James Kelly behauptete, ihm sei Information zugetragen worden, nach der Nordkorea ein Programm zur Anreicherung von Uran betreiben sollte. Tatsächlich zeigt sich die gesamte internationale Gemeinschaft äußerst besorgt über die Wiederaufnahme einiger Programme, die unter dem Atomwaffensperrvertrag von 1994 auf Eis gelegt worden waren. Dieser Vertrag hat den Zweck, das militärisch-ausgerichtete Atomprogramm Nordkoreas zu beenden, und im Gegenzug dazu wirtschaftliche und humanitäre Hilfe zu liefern. Pjöngjang bezeichnet sein nukleares Programm als Selbstschutz gegenüber der feindlichen Politik Washingtons und streitet die Existenz des Programms zur Uran-Anreicherung ab. Für die Vereinigten Staaten stellt Nordkorea nicht nur einen jener Staaten dar, die den Terrorismus unterstützen, George W. Bush selbst inkludierte in seiner berühmten Aussage Nordkorea gemeinsam mit Irak und Iran in die “Achse des Bösen”. Aber Nordkorea ist nicht Irak. Man weiß nicht genau, welche Kapazität das nordkoreanische Atomprogramm besitzt, aber es dürfte wichtig genug sein, um die USA in Verhandlungen mit Nordkorea treten zu lassen und gleichzeitig ist es das beste Mittel, um nicht von den Vereinigten Staaten angegriffen zu werden. Oder, wie Mark Weisbrot vom Zentrum für politische und wirtschaftliche Forschung in den Vereinigten Staaten meinte: “Saddam Hussein hatte bereits gezeigt, dass er keine Absichten zum Selbstmord hegte...In dieser Hinsicht könnte ein Krieg gegen Nordkorea etwas komplizierter werden." Ein militärischer Schlag würde mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit einen “großen Krieg” auslösen, der die gesamte koreanische Halbinsel zerstören könnte. Denn der “radioaktive Regen” würde vermutlich nicht nur Nordkorea treffen, die engsten Verbündeten der USA in diesem Raum, Südkorea und Japan, wären ebenso betroffen wie China und Russland, die ein regionales Chaos fürchten. Immanuel Wallerstein, Begründer der “Weltsystemanalyse”, meinte, das erste Zeichen für das Ende der absoluten Hegemonie der Vereinigten Staaten sei die Invasion Kuwaits gewesen, da Saddam Hussein dadurch das Imperium herausforderte, dessen Macht, die bis dahin unumstritten war, unter Beweis zu stellen. Die Weigerung Nordkoreas gegenüber den Forderungen der USA kann in ihrer Symbolik als ähnlicher Schritt gewertet werden. Aber was wissen wir von diesem Land, das sich weigert die imperialistische Politik der Vereinigten Staaten zu akzeptieren, die da fordert, das gesamte nordkoreanische Atomprogramm ein für alle Mal und unwiderruflich zu beenden? Nordkorea ist ein kommunistisches Land, das seine Haltung, sich gegenüber dem Rest der Welt so wenig wie möglich zu öffnen, bisher relativ eindeutig vertreten hat und das sich nicht wie andere, vermeintlich kommunistische Systeme, namentlich China oder Kuba, dem internationalen Markt geöffnet hat. Die wirtschaftlichen und humanitären Probleme der “demokratischen Volkrepublik Koreas”, offizieller Name Nordkoreas, und der “harten Politik” ihres Staatsoberhauptes, Kim Yong Il, sind bekannt. Tausende Kinder sterben nach wie vor jedes Jahr an Hunger und mangelhafter Ernährung, mehr als 200.000 politische Häftlinge sind in Konzentrationslager gefangen und die Missachtung der Menschenrechte dürfte immens sein, nach der wenigen Information, die überhaupt existiert. Nord- und Südkorea stehen in Verhandlungen über eine mögliche Wiedervereinigung und demnach über eine Öffnung des nordkoreanischen Marktes gegenüber dem Süden. Es ist jedoch sehr stark zu bezweifeln, dass diese Gespräche für Nordkorea einen anderen Zweck darstellen, als die wirtschaftlichen Hilfeleistungen Südkoreas zu erhöhen. Andererseits sprechen wir, wie bereits erwähnt, von einem Land, wenn es nicht das einzige Land der Welt ist, das sich öffentlich gegen die Vorherrschaft der “letzten großen Weltmacht” ausspricht. Nordkorea verurteilt die US-amerikanische Politik, sobald sich die Möglichkeit ergibt, wie bei diesem Zusammentreffen in Peking. Dennoch weiß Pjöngjang, dass es nicht nur wirtschaftliche und humanitäre Hilfe braucht, sondern ebenso, dass die Vereinigten Staaten Nordkorea aus der Liste der den Terror unterstützenden Länder streichen. Die Beziehungen und vor allem die Kredite zahlreicher internationaler Institutionen hängen von dieser Liste der USA ab. Derzeit hat es den Anschein, dass die Einwände seiner Verbündeten, wie jene der internationalen Gemeinschaft, für Washington genug Grund darstellen, den diplomatischen Weg zu wählen und in ernsthafte Verhandlungen mit Nordkorea zu treten. Vielmehr handelt es sich hierbei um Beweggründe, die nicht einmal die USA ignorieren können: zum Einen ist es das klare “Nein” der Nachbarn Nordkoreas, die auf die Politik Washingtons genug Einfluss ausüben können, sei es, weil es ich um Verbündete handelt, wie Südkorea und Japan, oder um einflussreiche Akteure der internationalen Politik, wie China und Russland. Zum Anderen ist es der Besitz nuklearer Waffen und die Bereitschaft Kim Yong Ils, diese auch einzusetzen. Es scheint, dass heutzutage, um sich vor der Politik der Vereinigten Staaten retten und einen Krieg vermeiden zu können, atomare Abschreckung von Nöten ist. |
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Daniela Pichler realiza prácticas no IGADI. |
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ÚLTIMA REVISIÓN: 17/03/2004 |